Recycling im Wandel: Das bewegte den Recyclingkongress 2026

Der Kongress bot erneut interessante Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Branche. Am Vormittag standen zunächst die politischen Rahmenbedingungen im Fokus, darunter die Auswirkungen der USG-Revision, die EU-Ökodesign-Verordnungen zur Reparierbarkeit sowie die Kreislaufwirtschaft bei Elektrogeräten. In der Podiumsdiskussion zur Vorbereitung zur Wiederverwendung von Elektrogeräten wurde deutlich, dass früh angesetzt werden muss und entsprechende Ansätze bereits im Produktdesign notwendig sind. In der Frage der Finanzierung zeigten sich jedoch unterschiedliche Positionen innerhalb des Podiums.
Anschliessend rückte die Rolle der Künstlichen Intelligenz in den Mittelpunkt. Neben einem Input zur KI im Stahlrecycling wurden ihre Potenziale und Grenzen in einer Podiumsdiskussion vertieft diskutiert. Dabei wurde klar: Die Branche darf den Anschluss nicht verlieren und muss sich aktiv mit dem Thema auseinandersetzen. Gleichzeitig wurde betont, dass der Faktor Mensch weiterhin zentral bleibt und KI nicht Ersatz, sondern als unterstützendes Werkzeug zu verstehen ist.
Der Nachmittag widmete sich weiteren aktuellen Themen wie der Digitalisierung von Sammelstellen oder Nachhaltigkeitsaspekten bei Ausschreibungen. Ferner wurde die Schweizer Littering-Studie von IGSU und FHNW vorgestellt, die zeigte, wie wirksam unterschiedliche Anti-Littering-Massnahmen sein können. Das Theater Abfallkobold veranschaulichte die spielerische Sensibilisierung für dieses Thema. Das abschliessende Expertengespräch widmete sich der Problematik von Fremdstoffen wie Plastik im Grüngut.
Danach kam es zur Verleihung des Circular Awards. Ausgezeichnet wurde Evolium Technologies SA aus Sion für ihre industriellen Lösung zur Wiederaufbereitung von Lithium-Batterien.
Das Fazit des Tages: Recycling funktioniert nur im Schulterschluss von Branche und öffentlicher Hand. Nur gemeinsam lässt sich eine effiziente und wirksame Abfallsammlung für die Bevölkerung ermöglichen. Gleichzeitig stehen Städte und Gemeinden im Rahmen der laufenden Vernehmlassung zur Revision der Abfallverordnung (VVEA) vor zentralen Herausforderungen – insbesondere bei der Anerkennung von Branchenorganisationen. Und letztlich trägt jede Akteurin und jeder Akteur Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Ein grosses Dankeschön an alle Referierenden, Moderator:innen, Sponsoren, Ausstellenden und Teilnehmenden für ihr Engagement!

